Effi Briest: Der Roman von Theodor Fontane als freies Online Buch

 

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VIII 36 37 38 39
IX 40 41 42 43 44 45 46
X 47 48 49 50 51 52 53
XI 54 55 56 57 58
XII 59 60 61 62 63
XIII 64 65 66 67 68 69 70
XIV 71 72 73
XV 74 75 76 77 78 79
XVI 80 81 82 83 84
XVII 85 86 87 88 89 90
XVIII 91 92 93 94 95 96
XIX 97 98 99 100 101 102
XX103 104 105 106 107 108
XXI109 110 111 112 113 114
XXII 115 116 117 118 119
XXIII 120 121 122 123 124 5
XXIV 126 127 128 129 130
131 132 133 134
XXV 135 136 137
XXVI 138 139 140
XXVII 141 142 143 144
XVIII 145 146 147
XXIX 148 149 150 151
XXX 152 153 154 155
XXXI 156 157 158
XXXII 159 160 161 162 163
164 165 166
XXXIII 167 168 169
XXXIV 170 171 172 173
XXXV 174 175 176 177 178
XXXVI 179 180 181 182

»Was war denn, gnäd'ge Frau? Gnäd'ge Frau haben geträumt.«
»Ja, geträumt. Es muß so was gewesen sein ... aber es war doch auch noch was anderes.« - »Was denn, gnäd'ge Frau?« »Ich schlief ganz fest, und mit einem Male fuhr ich auf und schrie ... vielleicht, daß es ein Alpdruck war ... Alpdruck ist in unserer Familie, mein Papa hat es auch und ängstigt uns damit, und nur die Mama sagt immer, er solle sich nicht so gehenlassen; aber das ist leicht gesagt ... Ich fuhr also auf aus dem Schlaf und schrie, und als ich mich umsah, so gut es eben ging in dem Dunkel, da strich was an meinem Bett vorbei, gerade da, wo Sie jetzt stehen, Johanna, und dann war es weg. Und wenn ich mich recht frage, was es war ...«»Nun, was denn, gnäd'ge Frau?«
»Und wenn ich mich recht frage ... ich mag es nicht sagen, Johanna ... aber ich glaube, der Chinese.«
»Der von oben?« Und Johanna versuchte zu lachen. »Unser kleiner Chinese, den wir an die Stuhllehne geklebt haben, Christel und ich? Ach, gnäd'ge Frau haben geträumt, und wenn Sie schon wach waren, so war es doch alles noch aus dem Traum.«
»Ich würd es glauben. Aber es war genau derselbe Augenblick, wo Rollo draußen anschlug, der muß es also auch gesehen haben, und dann flog die Tür auf, und das gute, treue Tier sprang auf mich los, als ob es mich zu retten käme. Ach, meine liebe Johanna, es war entsetzlich. Und ich so allein und so jung. Ach, wenn ich doch wen hier hätte, bei dem ich weinen könnte. Aber so weit von Hause ... Ach, von Hause ...« »Der Herr kann jede Stunde kommen.«
»Nein, er soll nicht kommen; er soll mich nicht so sehen. Er würde mich vielleicht auslachen, und das könnt ich ihm nie verzeihen. Denn es war so furchtbar, Johanna ... Sie müssen nun hierbleiben ... Aber lassen Sie Christel schlafen und Friedrich auch. Es soll es keiner wissen.«
»Oder vielleicht kann ich auch die Frau Kruse holen; die schläft doch nicht, die sitzt die ganze Nacht da.«
»Nein, nein, die ist selber so was. Das mit dem schwarzen Huhn, das ist auch sowas; die darf nicht kommen. Nein, Johanna, Sie bleiben allein hier. Und wie gut, daß Sie die Läden nur angelegt. Stoßen Sie sie auf, recht laut, daß ich einen Ton höre, einen menschlichen Ton ... ich muß es so nennen, wenn es auch sonderbar klingt ... und dann machen Sie das Fenster ein wenig auf, daß ich Luft und Licht habe.« Johanna tat, wie ihr geheißen, und Effi fiel in ihre Kissen zurück und bald danach in einen lethargischen Schlaf.

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Effi Briest - Der Roman von Theodor Fontane aus dem Jahre 1895 mit allen 36 Kapiteln als Online Buch zum freien lesen.